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· 7 Min. Lesezeit

Nettogewinn auf Marktplätzen berechnen – mit Rechenbeispiel

Ein Artikel, der sich gut verkauft, ist nicht automatisch ein Artikel, an dem Sie verdienen. Zwischen Verkaufspreis und Gewinn liegen fünf bis acht Abzüge – und die meisten davon stehen nicht auf derselben Abrechnung. Dieser Beitrag zeigt die Rechnung Schritt für Schritt.

Umsatz, Deckungsbeitrag, Gewinn: worüber wir sprechen

In diesem Beitrag geht es um den Gewinn pro verkaufter Einheit nach allen Kosten, die sich dem einzelnen Verkauf zuordnen lassen. Betriebswirtschaftlich ist das ein Deckungsbeitrag: Miete, Gehälter und Software sind nicht enthalten, solange Sie sie nicht auf die Einheit umlegen.

Für Preisentscheidungen ist genau diese Größe die richtige. Sie beantwortet die Frage, ob ein zusätzlicher Verkauf zu diesem Preis Geld bringt oder Geld kostet.

Die Rechnung in sechs Schritten

Was übrig bleibt, ist der Gewinn pro Einheit. Die Marge ergibt sich, indem Sie den Gewinn durch den Nettoerlös teilen.

Rechenbeispiel: 149,00 € Verkaufspreis

Die folgenden Werte sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung. Insbesondere der Gebührensatz von 15 % ist eine Annahme und kein Satz eines bestimmten Marktplatzes.

Rechenbeispiel für einen regelbesteuerten Händler
PositionRechnungBetrag
Verkaufspreis brutto149,00 €
Umsatzsteuer 19 %149,00 − 149,00 ÷ 1,19− 23,79 €
Nettoerlös149,00 ÷ 1,19125,21 €
Einkaufspreis netto− 80,00 €
Marktplatzgebühr15 % von 149,00− 22,35 €
Versand− 4,50 €
Verpackung− 0,50 €
Retouren5 % × 6,00− 0,30 €
Gewinn pro Einheit125,21 − 107,6517,56 €
Marge17,56 ÷ 125,2114,02 %

Von 149,00 € bleiben 17,56 €. Die Gebühr allein beträgt 22,35 € – mehr als der Gewinn. Wer die Provision gedanklich auf den Nettoerlös bezieht (15 % von 125,21 € wären 18,78 €), unterschätzt sie in diesem Beispiel um 3,57 € je Verkauf.

Was eine Preissenkung um 10 € kostet

Senken Sie den Preis im Beispiel auf 139,00 €, sinkt der Nettoerlös auf 116,81 € und die Gebühr auf 20,85 €. Die übrigen Kosten bleiben gleich. Der Gewinn fällt auf 10,66 €, die Marge auf 9,12 %.

Eine Preissenkung um 6,7 % verringert den Gewinn je Einheit also um 39 %. Um denselben Gesamtgewinn zu erzielen, müssten Sie rund 65 % mehr Einheiten verkaufen. Diese Hebelwirkung ist der Grund, warum Preisentscheidungen ohne Gewinnrechnung so riskant sind.

Sonderfall Kleinunternehmer

Wer die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG anwendet, weist keine Umsatzsteuer aus und behält den vollen Verkaufspreis als Erlös. Im Gegenzug entfällt der Vorsteuerabzug: Die Umsatzsteuer auf Einkauf, Gebühren und eigene Kosten wird zum Kostenbestandteil.

Mit den Werten des Beispiels ergibt sich: Erlös 149,00 €; Einkauf 95,20 € (80,00 € zuzüglich 19 %); Gebühr 22,35 € zuzüglich 4,25 € Umsatzsteuer; eigene Kosten 6,31 € (5,30 € zuzüglich 19 %). Der Gewinn beträgt 20,90 €.

Ob und wie Umsatzsteuer auf Marktplatzgebühren anfällt, hängt unter anderem vom Sitz des Marktplatzbetreibers ab. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie Werte hinterlegen.

Häufige Fehler

Hinweis

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Erläuterung und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Zahlen sind Beispielwerte.

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